“Gott hat für jede Krankheit eine Pflanze wachsen lassen.” das wusste nicht nur Paracelsus (1493-1541) sondern auch die Oma. Dieses Wissen begleitet die Menschen schon seit jeher, nur haben wir die Verbindung dazu verloren. Das Wissen um die Heilkräfte unserer heimischen Pflanzen ist verschüttet, jedoch bahnt es sich seinen Weg an die Oberfläche. Engagierte Menschen, wie der Verein TEH, machen die alte Weisheit für die Menschen wieder zugänglich. TEH steht für “Traditionelle Europäische Heilkunde”, dieses alte Heilwissen wurde von der UNESCO sogar im Katalog des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Menschen nehmen das sehr gerne an. Groß ist die Sehnsucht nach Rückverbindung mit der Natur, nach dem Ursprünglichen und Traditionellen.

In keiner Weise möchte ich aber die Erfolge der modernen Medizin schmälern. Sie hat uns von den schlimmsten Infektionskrankheiten befreit und ist imstande ganz unglaubliche Dinge zu vollbringen. Auch im Kleinen rate ich stets, wenn die gewünschte Besserung durch Hausmittel nicht eintritt, den Hausarzt zu Rate zu ziehen.

Oft muss es aber nicht gleich eine Tablette oder chemische Salbe sein. Ich gebe Ihnen heute eine Handvoll altes Wissen für die kalte Jahreszeit mit.

5 Hausmittel, die unsere Großmütter noch kannten, werden Ihre Gesundheit stärken.

Das Kren-Ketterl

Wenn ich als Kind fieberte, bekam ich von meiner Mutter das berühmte Kren-Ketterl umgehängt. Das waren einfach 5 – 7 Scheiben frischer Kren auf einen Faden gezogen und als Kette um den Hals gelegt. Es war zwar nicht sehr schmückend, aber ein hervorragender Fiebersenker. Das bewirken die enthaltenen Senföle. Diese wirken entzündungshemmend, schleimlösend, durchblutungsfördernd, erwärmend und krampflösend. Somit ist diese Perle der Hausmittel ideal bei Stirn- und Kieferhöhlenentzündung, Kopfschmerzen, Fieber und festsitzendem Schnupfen.

Die Kette sollte die Haut nicht berühren, da es sonst zu Hautreizungen kommen kann. Sie ist für Babys und sehr betagte Menschen nicht geeignet.

Die Heidelbeere

Viele Frauen, aber auch Männer und Kinder leiden unter immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Bekannt ist, dass die Cranberry hier schmerzlindernd, keimtötend und entzündungshemmend wirkt. Genauso gut wenn nicht noch besser hilft die Heidelbeere, sie ist im Gegensatz zur Cranberry bei uns heimisch. Regelmäßig einige getrocknete Früchte kauen und man tut viel zur Vorbeugung des nächsten schmerzhaften Infekts.

Die Kartoffelauflage

Wer kennt sie nicht, die Verspannungen in Schultern, Nacken und Rücken? Nehmen Sie sich eine kurze Auszeit von der Hektik des Alltags. Kochen Sie ein paar Erdäpfel!

Vielleicht geben Sie gleich ein paar mehr ins Kochwasser und genießen neben dem Hausmittel auch noch die wunderbaren Erdäpfel mit Butter, das ist gleich auch Nahrung für die Seele.

Aber zurück zur Auflage, die gekochten, ungeschälten Kartoffeln mit einer Gabel zerdrücken und in ungebleichte Küchenrolle oder eine Baumwollwindel geben und ein handliches Paket daraus machen. Dieses legen sie dann auf die schmerzende Stelle auf, packen Sie sich selbst gut ein, vielleicht in einen kuscheligen Morgenmantel oder eine Decke, und entspannen Sie sich. Am besten genießen Sie dazu eine Tasse feinen Tee und Entspannungsmusik.

Das Leinsamensackerl

Hilft bei Kiefer- und Stirnhöhlenentzündung, Husten, Bronchitis und Schnupfen.

Den heißen Leinsamen kocht man einige Minuten und füllt ihn dann in ein Baumwollsackerl oder ein Baumwolltaschentuch. Man kann den ganzen Leinsamen verwenden oder ihn vor dem Kochen leicht mörsern, so kann er seine Inhaltsstoffe noch besser abgeben. Diese Kompresse legt man so warm wie möglich auf Stirn, Kiefer oder Brust. Es wirkt durchblutungsfördernd, wärmend, schleimlösend, hustenreizstillend und krampflösend.

Die Harz-Salbe
100 g Öl
  10 g Bienenwachs
  20 g Harz

Die gute alte Harzsalbe ist mein Liebling. Sie wärmt, wirkt zusammenziehend und desinfizierend und ist somit eine gute Wund- und Wärmesalbe.

Die Zubereitung ist ganz einfach – Öl erwärmen und das Harz darin schmelzen lassen, eventuell Kräuter wie Thymian oder Spitzen von Nadelbäumen beigeben. Ich lasse die Mischung 2-3 Tage im Topf und erwärme sie zwischendurch immer wieder. Dann das Ganze filtern. Dazu einen ungebleichten Teefilter verwenden und anschließend das Bienenwachs darin auflösen, abfüllen und abkühlen lassen.

Wenn ich im Winter eine Wanderung unternehme, creme ich vorab Hände und Füße mit der Harzsalbe ein, so bleibt mir bestimmt warm. Auch für kleine Wunden ist sie wunderbar geeignet.

Dies ist nur ein ganz kleiner Auszug aus dem traditionellen Heilwissen. Möchten Sie mehr über die “Traditionelle Europäische Heilkunde” erfahren? Besuchen Sie mich im Kräuterschatzkistl, Mariazellerstraße 11-13, 3202 Hofstetten-Grünau oder auf meiner Homepage www.kraeuterschatzkistl.at Dort finden Sie Informationen zu Seminaren, Ausbildungen und Angeboten.

Kommen Sie gut und gesund durch den Winter! Herzlichst, Ihre Ulrike Schnetzinger