Die Birke kennt jeder. Ihr silbrig-weißer Stamm fällt auf. Sie wächst überall dort, wo es anderen Bäumen zu feucht, zu trocken, zu sauer oder zu nährstoffarm ist. Was sie braucht ist viel Licht, wo sie das erhält stellt sie nur wenige Ansprüche an den Boden, geht aber kaum in Konkurrenz mit anderen Bäumen. Mit einem Alter von maximal 120 Jahren ist die Birke ein recht kurzlebiger Baum.

 

 

 

 

Sie ist Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Schmetterlinge legen ihre Eier auf die Blätter und an ihrem Fuß gedeiht der Fliegenpilz wunderbar.

Ein anderer Pilz sorgt aber oftmals für eine Missbildung, es ist der Schlauchpilz Taphrina betulina. An den befallenen Stellen bildet die Birke immer neue Austriebe, die zu buschigen Nestern in den Zweigen werden. Die werden “Hexenbesen” genannt. Früher glaubte man, diese buschigen Verwachsungen seien die im Baum hängen gebliebenen Besen der Hexen.

 

 

 

Mancher Mensch ärgert sich über ihre fliegenden Pollen. Zum Nachteil für Allergiker setzt die Birke voll und ganz auf die Verbreitungdurch den Wind und so kommt es zur Blütezeit zu starken Belastungen. Dennoch lässt sich die Birke vielseitig nutzen. Die wasserdichte Rinde wurde früher zu Dachziegeln, Schuhsohlen und Dosen verarbeitet. Noch heute wird das Reisig zu Besen und das Holz zu Papier verarbeitet. Auch als Brennstoff ist sie begehrt. Wegen ihrer ätherischen Öle fängt sie selbst im feuchten Zustand gut Feuer.

 

 

 

Schon im Altertum kannte man ihr besonderen Kräfte. Mit ihren gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen trägt sie zu unserem Wohlbefinden bei. Sie kann zum Beispiel bei vielen Hautproblemen und Bewegungsschmerzen zur Anwendung kommen. Auch als Reinigungsmittel, kostenloses Nahrungsmittel und für weitere Zwecke steht sie zur Verfügung. Man kennt das Birkenwasser für die Haare und ganz modern – weil wirklich gesund – ist der Birkenzucker Xylit.

 

 

 

 

Die Erntesaison beginnt schon früh im März mit den Birkenknospen, gefolgt vom Zapfen des Birkensafts von März bis Mai. Die zarten, jungen und noch etwas klebrigen Birkenblätter kannst du einfach von den Ästen abstreifen, sie wachsen schnell wieder nach, aber auch kräftigere Blätter kannst du bis Juni ernten und verwenden. Um die Vorzüge der Knospen und Blätter das ganze Jahr über zu nutzen, bietet sich eine Bevorratung durch Trocknen an. Da Birkenrinde ganzjährig zur Verfügung steht, solltest du nie mehr mitnehmen, als gerade benötigt wird.

 

 

 

Im Brauchtum ist die Birke – der “Baum des Lichts” fest verankert. Sie ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Lichts und als solches findet sie Verwendung in vielen Frühjahrsbräuchen. Ihr Name geht auf das althochdeutsche Wort “bricha” zurück, was so viel heißt wie “weiß, glänzend”. Aus einem Fruchtbarkeitsritual der Germanen entstand das Maibaumaufstellen. Bis zum 13. Jahrhundert zogen die Menschen in den Wald hinaus um es zu feiern. Dieser Brauch wurde aber verboten und so holten sich die Menschen, Bäume – meist Birken – ins Dorf. Junge Männer stellten ihrer Liebsten geschmückte “Liebesmaien” vor das Haus, mit der Zeit wurde daraus das Maibaumaufstellen zum 1.Mai, das heute meist im Ortszentrum passiert und dem Dorf Fruchtbarkeit für das ganze Jahr bringen soll.

 

 

Im Baumzyklus beschäftigen wir uns mit den Qualitäten des jeweiligen Baumes. Wir lernen über die Inhaltsstoffe, die Verwendung nach der TEH, Rezepte, Mythologie und die entsprechenden Baumrituale.Nächster Termin ist die BIRKE am 10.3. 16:00 im Kräuterschatzkistl, Mühlbachgasse 6, 3202 Hofstetten/Kammerhof Anmelden bitte per Mail an lokal@kraeuterschatzkistl.at oder über das Kontaktformular.